ZU_web_kopf2

Als die Zweirad Union 1958 gegründet wurde, ging es der deutschen Motorrad-Industrie schlecht. Immer mehr Werke mussten schließen. Weniger betroffen waren die Mopeds, die für die Jugendlichen die einzige Alternative darstellten, wenn man motorisiert unterwegs sein wollte. Mit Neufassung des Zulassungsrechts gab es ab 1960 die ”Kleinkraftradära”, die nun wie die klassischen Motorräder nicht mehr über Tretkurbeln, sondern über Fußrasten und Kickstarter verfügten. Nicht zuletzt im Hinblick auf die Zielgruppe der 16jährigen entbrannte zwischen den Herstellern ein Wettkampf um das schnittigste Aussehen, der bis weit in die 70er Jahre andauern sollte. Die Kleinkrafträder der Zweirad Union wurden bis zur Übernahme durch Fichtel & Sachs als DKW, Victoria, Express, teilweise auch als Kavalier oder Aero angeboten. Der Name Express verschwand 1968 aus den Verkaufsprospekten, Victoria ein Jahr später. Die nun mit Sachs-Motor ausgerüsteten KKR, die im Wesentlichen mit den entsprechenden Hercules-Fahrzeugen baugleich waren, trugen bis Mitte der 70er Jahre das DKW-Emblem am Tank.

EXPRESS_Carino_1960_

Victoria Avanti, dieses rassige Moped ist bis heute ein Begriff. ”Für Fahrten ins Gebirge” gab es auch den gebläsegekühlten Motor, hier als Kleinkraftrad Express Carino von 1960. Die Variante von DKW wurde als Violetta angeboten.

ZU 115_155 2

Das Modell 155 (das entsprechende Mokick hieß 115) trug einen ”Hummel” (DKW), Victoria oder Express-Schriftzug auf der hinteren Radverkleidung. Eine Sonderstellung genießt die/der ”Kavalier”, ganz in weiß mit roter Sitzbank.Wegen des Designs blieb die 155 bis heute als legendäre ”Blechbanane” in Erinnerung.

VICTORIA_VICKY_136_166_1963a

Das wesentlich konservativer gezeichnete Nachfolgemodell Typ 166 gab es wieder als ”Hummel” von DKW, ”Vicky” von Victoria, ”Radexi” von Express und als Sondermodell ”Aero” ganz in weiß.

VITORIA_159_TS_KKR_1964_5_3

“Die schnelle Maschine mit großer Zukunft”€ war auf dem Prospekt der 159 TS zu lesen. Leider sollte es die letzte eigene Konstruktion der Zweirad Union bleiben. Der Doppelrohr- Rahmen stammte von den Geländemaschinen ab, dazu gab es einen großen 14 l fassenden Tank, der bis weit in die 90er Jahre noch für die Hercules-Military genutzt wurde.

TS_159_SUPER_2

Für viele zählt die 159 TS Super zu den schönsten Kleinkrafträdern überhaupt. Schwarz-chrom mit dem markanten rot abgesetzten Chromtank, dazu ein hochgezogener Auspuff, machten die ”Super” unverwechselbar. 1968 wurde die DKW bzw. Victoria bereits wahlweise mit Sachs-Motor angeboten.

DKW_RT_159_STANDART

DKW 159 Standard - nur noch die Typbezeichnung und das Tankemblem erinnerte an die Zweirad Union. Ansonsten war die Standard eine Hercules mit Zentralrohr-Rahmen, Grauguß-Zylinder, kleinen Bremstrommeln und fast ohne Chrom, dazu eine ungedämpfte Telegabel - “low budget” würde man heute dazu sagen. Ab 1970 wurde die Standard praktisch unverändert als 159 Jet angeboten. Offensichtlich war ”Standard”€ den Marketing-Strategen wenig verkaufsfördernd für die ”Preisbrecher-Rakete”€ (O-Ton)

RT 159 1

RT 159 (1970) - brandneuer Sachs-Super-Breitwand-Motor (Aluzylinder), tolles Spurtvermögen in 5 Gängen. Auch die Telegabel wurde neben den ölgedämpften Federbeinen hervorgehoben. Allerdings war sie gegenüber der Hercules-Schwinge, die über gedämpfte Boge-Federbeine verfügte, immer noch ungedämpft.

DKW_RT_159_SUPER_BAUGL_HERC

Die RT 159 Super war die legitime Nachfolgerin der TS Super. Der hochgezogene Auspuff sollte an die Erfolge im Geländesport erinnern, war aber in der Praxis nur hinderlich. Interessant auch der geschraubte Rahmenunterzug, der lediglich optische Funktion hatte

ZU RT 159 Jet

Lediglich optische Retuschen gab es 1973 für die Jet, die nach wie vor als Sparmodell bei den Kleinkrafträdern diente. Während das Topmodell ”ES” bereits mit kontaktloser Motoplat-Zündung und von Hercules übernommener Vorderrad-Schwinge aufwartete (und sich damit von Hercules wirklich nur noch durch den Tankaufkleber unterschied) gab es die Jet noch mit den kleinen Blechbremsen und dem antiquierten Grauguß-Zylinder. Bei Hercules wurde die Entwicklung neuer Modelle vehement vorangetrieben, die DKW-Typen hingegen verkamen zu den Mauerblümchen im Programm. Daran sollte auch Gino Peregos Erfolg bei der Sechstagefahrt 1977 in der CSSR nichts ändern. Der Italiener hatte bei dieser sehr schweren Veranstaltung die 50er Klasse auf einer DKW gewonnen, die später von Hercules als ”Sachs Perego Replica”€ in Kleinserie verkauft wurde

Hercules K 50 SE

Die letzten Kleinkrafträder unterschieden sich nur noch durch die Aufkleber von den ansonsten baugleichen Hercules-Modellen. Das Bild zeigt eine RT 159 E/Hercules K 50 SE

[nach oben]

Start   History   Kleinkrafträder   Motorräder   Geländesport   Vierrad-Fz.   Impressum 

© Zweirad Union-IG  2008-2016

Kontakt:  info[at] ZweiradUnion-IG.de

Fotos, soweit nicht anders vermerkt: © Archiv Zweirad Union. Die Marken und Zeichen sind Eigentum der Fa. SFM, für die wohlwollende Unterstützung  bedanken wir uns an dieser Stelle ganz ausdrücklich. Diese Seite ist eine rein private Webseite ohne jeden kommerziellen Hintergrund. Auf den Inhalt der verlinkten Seiten haben wir keinen Einfluß, weiteres s. Disclaimer/Impressum

Listinus Toplisten

 

Web Design